---
title: "Card Sorting"
url: "https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/card-sorting"
language: "de"
description: "Was ist Card Sorting? Einfach erklärt mit Beispiel und Praxistipps. Erfahre, wie du herausfindest, wie Menschen Inhalte ordnen, und bessere Menüs baust."
published: "2026-10-14T09:50:31+02:00"
updated: "2026-10-14T13:00:36+02:00"
---

# Card Sorting

Card Sorting ist eine Research-Methode, bei der Menschen Begriffe auf Karten in Gruppen sortieren. So siehst du, wie sie Inhalte gedanklich ordnen, und kannst eine verständliche Navigation planen.

- **Buchstabe:** C

UX-Glossar

# Card Sorting

Card Sorting ist eine Research-Methode, bei der Menschen Begriffe auf Karten in Gruppen sortieren. So siehst du, wie sie Inhalte gedanklich ordnen, und kannst eine verständliche Navigation planen.

Stell dir vor, ein Sportverein baut seine Website neu. Im Vorstand wird seit Wochen diskutiert, ob „Beiträge“ unter „Mitgliedschaft“ oder unter „Service“ gehört und ob Eltern die Trainingszeiten eher bei „Abteilungen“ oder bei „Termine“ suchen. Jede Person ist sich sicher, recht zu haben. Statt weiter zu streiten, fragt das Team die Menschen, die die Website später nutzen: mit einem Stapel Karten.

## Einfach erklärt

Card Sorting ist eine Research-Methode, bei der Teilnehmende Begriffe auf Karten in Gruppen sortieren, die für sie zusammengehören. Jede Karte steht für einen Inhalt, etwa eine Seite oder eine Funktion. Das Prinzip kennst du vom Aufräumen einer Küche: Manche sortieren nach Gerätetyp, andere danach, was sie zum Backen oder Kochen brauchen. Beim Card Sorting siehst du, welche Logik die Menschen im Kopf haben, also ihr [mentales Modell](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/mentales-modell).

Die Ergebnisse helfen dir, eine [Informationsarchitektur](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/informationsarchitektur) aufzubauen, also die Struktur und Benennung der Inhalte, die sich an den Erwartungen der Nutzenden orientiert und nicht am Organigramm.

## Offen, geschlossen oder hybrid

Beim **offenen** Card Sorting bilden die Teilnehmenden eigene Gruppen und geben ihnen selbst Namen. Diese Variante ist die häufigste und eignet sich, wenn du noch keine Struktur hast. Beim **geschlossenen** Card Sorting gibst du die Kategorien vor, und die Karten werden nur noch zugeordnet. Die Nielsen Norman Group empfiehlt zum Überprüfen einer fertigen Struktur allerdings eher [Tree Testing](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/tree-testing). Die **hybride** Form mischt beides: Einige Kategorien sind vorgegeben, weitere dürfen ergänzt werden.

Außerdem kannst du moderiert oder unmoderiert arbeiten. Moderiert sitzt jemand dabei und fragt nach, warum eine Karte in eine bestimmte Gruppe wandert. Unmoderiert läuft die Sortierung über ein Online-Tool wie [Optimal Workshop](https://www.insideuxdesign.com/de/ressourcen/optimal-workshop), und du bekommst mehr Daten für eine zahlenbasierte Auswertung.

## Ein Beispiel

Zurück zum Sportverein. Vorher ist die Website nach den Gremien des Vereins aufgebaut: „Vorstand“, „Geschäftsstelle“, „Jugendleitung“. Wer die Trainingszeiten für die U10 sucht, klickt sich durch drei Menüs. Im offenen Card Sorting mit 15 Mitgliedern und Eltern zeigt sich ein klares Muster: Fast alle legen Trainingszeiten, Hallenplan und Ansprechperson einer Mannschaft auf einen Stapel und nennen ihn sinngemäß „Mein Team“. Nachher gibt es pro Abteilung eine Seite mit genau diesen Inhalten, und die Gremien wandern in einen Bereich „Über den Verein“.

## Häufige Missverständnisse

Card Sorting liefert Ideen für eine Struktur, aber noch keine fertige Navigation. Die Gruppennamen der Teilnehmenden sind Anregungen, keine endgültigen Menüpunkte. Und weil verschiedene Menschen dieselben Inhalte oft unterschiedlich gruppieren, brauchst du weiterhin eigenes Urteilsvermögen und einen zweiten Test, der die Struktur überprüft. Mehr dazu im Artikel [Card Sorting Basics: Effiziente Informationsarchitektur für Anfänger](https://www.insideuxdesign.com/de/blog/card-sorting-basics-effiziente-informationsarchitektur-fuer-anfaenger).

## In der Praxis

- **Halte den Kartenstapel überschaubar.** Die Nielsen Norman Group empfiehlt 30 bis 50 Karten. Bei mehr Karten ermüden Teilnehmende und legen vieles auf einen großen Stapel „Sonstiges“.
- **Plane genug Teilnehmende ein.** Für qualitative Erkenntnisse gelten mindestens 15 Personen als sinnvoll, für eine belastbare quantitative Auswertung eher 30 bis 50.
- **Vermeide verräterische Wörter.** Wenn mehrere Karten dasselbe Wort enthalten, sortieren Menschen oft nach diesem Wort statt nach dem Inhalt. Formuliere die Karten deshalb unterschiedlich und teste sie vorher mit ein, zwei Personen.

## Verwandte Begriffe

[Informationsarchitektur](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/informationsarchitektur), [Tree Testing](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/tree-testing), [Mentales Modell](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/mentales-modell), [User Research](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/user-research)

## Quellen

- [Samhita Tankala, Katie Sherwin: Card Sorting: Uncover Users’ Mental Models for Better Information Architecture. Nielsen Norman Group, 2024](https://www.nngroup.com/articles/card-sorting-definition/)
- [Jakob Nielsen: Card Sorting: How Many Users to Test. Nielsen Norman Group, 2004](https://www.nngroup.com/articles/card-sorting-how-many-users-to-test/)
- [Samhita Tankala: Card Sorting vs. Tree Testing. Nielsen Norman Group, 2024](https://www.nngroup.com/articles/card-sorting-tree-testing-differences/)

## Weitere Begriffe

 [  ### A/B-Test

Ein A/B-Test ist ein Experiment, bei dem zwei Varianten einer Seite oder eines Elements gleichzeitig an zufällig aufgeteilte Besuchende ausgespielt werden. So entscheidest du anhand echter Daten, welche Variante besser funktioniert.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/a-b-test) [  ### ARIA

ARIA ist ein W3C-Standard, der HTML um Rollen, Zustände und Eigenschaften ergänzt. So erfahren Screenreader, was ein Element ist und wie es sich gerade verhält.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/aria) [  ### Affordance

Eine Affordance beschreibt, welche Handlung ein Objekt möglich macht und ob Menschen das erkennen: Ein Button lädt zum Drücken ein, ein Griff zum Ziehen.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/affordance) [  ### Alternativtext

Ein Alternativtext ist eine kurze Textfassung eines Bildes im HTML-Attribut alt. Screenreader lesen ihn vor, damit Menschen, die das Bild nicht sehen, dieselbe Information bekommen.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/alternativtext) [  ### Arbeitsgedächtnis

Das Arbeitsgedächtnis hält Informationen für kurze Zeit fest, damit du mit ihnen arbeiten kannst. Es fasst nur wenig, deshalb sollten Interfaces möglichst wenig Merkarbeit verlangen.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/arbeitsgedaechtnis) [  ### Atomic Design

Atomic Design ist eine Methode, Benutzeroberflächen aus kleinen, wiederverwendbaren Bausteinen aufzubauen: von einzelnen Elementen wie Buttons bis zu ganzen Seiten.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/atomic-design) [  ### BFSG

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet seit dem 28. Juni 2025 viele Unternehmen, bestimmte Produkte und digitale Dienstleistungen wie Onlineshops barrierefrei zu gestalten.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/bfsg) [  ### Barrierefreiheit

Barrierefreiheit bedeutet, dass Websites, Apps und digitale Dokumente so gestaltet sind, dass alle Menschen sie nutzen können, auch mit einer Seh-, Hör-, motorischen oder kognitiven Behinderung.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/barrierefreiheit) [  ### Cognitive Load

Cognitive Load ist die geistige Anstrengung, die nötig ist, um eine Oberfläche zu verstehen und zu bedienen. Je weniger unnötige Denkarbeit ein Design verlangt, desto leichter fällt die eigentliche Aufgabe.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/cognitive-load) [  ### Contextual Inquiry

Contextual Inquiry ist eine Research-Methode, bei der du Menschen in ihrem echten Arbeitsumfeld beobachtest und befragst. So siehst du, wie sie Aufgaben tatsächlich erledigen, nicht nur, wie sie davon erzählen.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/contextual-inquiry) [  ### Conversion

Eine Conversion ist eine gewünschte Aktion auf einer Website oder in einer App, etwa ein Kauf oder eine Anmeldung. Die Conversion Rate zeigt, welcher Anteil der Besuche dazu führt.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/conversion) [  ### Dark Patterns

Dark Patterns sind Gestaltungstricks, die Menschen zu Entscheidungen drängen, die sie eigentlich nicht treffen wollen, etwa versteckte Kündigungen oder vorausgewählte Zusatzoptionen.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/dark-patterns)
