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title: "Jakob’s Law"
url: "https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/jakobs-law"
language: "de"
description: "Was ist Jakob’s Law? Einfach erklärt mit Herkunft, Beispiel und Praxistipps. Erfahre, wann du Konventionen folgen und wann du abweichen solltest."
published: "2026-10-14T15:19:32+02:00"
updated: "2026-10-14T15:19:32+02:00"
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# Jakob’s Law

Jakob’s Law besagt, dass Menschen die meiste Zeit auf anderen Websites verbringen und deshalb erwarten, dass deine Website so funktioniert wie die, die sie schon kennen.

- **Buchstabe:** J
- **Englischer Begriff:** Jakob’s Law

UX-Glossar · engl. Jakob’s Law

# Jakob’s Law

Jakob’s Law besagt, dass Menschen die meiste Zeit auf anderen Websites verbringen und deshalb erwarten, dass deine Website so funktioniert wie die, die sie schon kennen.

Stell dir vor, du landest zum ersten Mal in einem Online-Shop. Du suchst den Warenkorb oben rechts, doch dort ist nichts. Nach einer Weile entdeckst du ihn unten links als kleines Kistensymbol. Gekauft hast du da schon längst woanders.

Der Shop hat nichts kaputt gemacht. Er hat nur eine Erwartung enttäuscht, die du von unzähligen anderen Shops mitbringst.

## Einfach erklärt

Jakob’s Law geht auf den Usability-Experten Jakob Nielsen zurück, der die Idee im Jahr 2000 als „Jakob’s Law of the Internet User Experience“ formuliert hat. Der Kern: Menschen verbringen die meiste Zeit auf anderen Websites. Deshalb erwarten sie, dass deine Website so funktioniert wie die, die sie schon kennen.

Ein Vergleich aus dem Alltag: Wenn du ein fremdes Auto mietest, erwartest du das Bremspedal links vom Gaspedal. Ein Hersteller, der die Pedale vertauscht, wäre vielleicht originell, aber gefährlich. Im Web ist es ähnlich, nur weniger dramatisch. Logo oben links als Link zur Startseite, Suche mit Lupensymbol, Warenkorb oben rechts: Solche Konventionen sind gelernte Muster, und sie entlasten das [mentale Modell](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/mentales-modell) der Menschen, die deine Seite nutzen.

## Konvention oder Innovation?

Jakob’s Law ist kein Verbot von Neuem. Nielsen rät sinngemäß, bekannte Muster beizubehalten, solange eine Abweichung nicht deutlich besser ist. Eine leichte Verbesserung kann sich trotzdem nicht lohnen, wenn Menschen dafür erst umlernen müssen und der Lernaufwand den Gewinn auffrisst.

Neue Muster setzen sich durch, wenn sie einen klaren Vorteil bieten oder ein neues Bedürfnis lösen. Bei ganz neuen Interaktionsformen empfiehlt Nielsen, zu beobachten, worauf sich die Produkte am Markt einigen, und diese Muster dann zügig zu übernehmen. Dazu passt die Heuristik „Konsistenz und Standards“ aus seinen [10 Usability-Heuristiken](https://www.insideuxdesign.com/de/ressourcen/10-usability-heuristiken).

## Ein Beispiel

Ein Beispiel: Ein Vereinsportal zeigt seine Navigation als Kreismenü, das sich erst nach einem Klick auf das Vereinslogo in der Mitte öffnet. Neue Mitglieder suchen minutenlang nach den Trainingszeiten, im Support häufen sich die Anfragen.

Nach der Überarbeitung gibt es eine klassische Navigationsleiste oben, auf kleinen Bildschirmen ein vertrautes [Hamburger-Menü](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/hamburger-menue). Das Kreismenü verschwindet. Die Inhalte sind dieselben, aber Menschen finden sie auf Anhieb, weil sie dort sind, wo man sie erwartet.

## In der Praxis

- **Schau dir an, was deine Zielgruppe kennt.** Prüf, wie die Websites und Apps aufgebaut sind, die deine Zielgruppe täglich nutzt, und orientier dich an deren Mustern.
- **Weiche nur mit gutem Grund ab.** Wenn du ein neues Muster einführst, prüf mit einem [Usability-Test](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/usability-test), ob es wirklich besser funktioniert als das bekannte.
- **Gib bei Redesigns Zeit zum Umgewöhnen.** Eine Vorschau oder die Möglichkeit, eine Zeit lang zur alten Ansicht zurückzukehren, nimmt den Druck raus. Weitere Gesetzmäßigkeiten dieser Art sammelt die Ressource [Laws of UX](https://www.insideuxdesign.com/de/ressourcen/laws-of-ux).

## Verwandte Begriffe

[Mentales Modell](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/mentales-modell), [Heuristische Evaluation](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/heuristische-evaluation), [Design System](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/design-system), [Hamburger-Menü](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/hamburger-menue)

## Quellen

- [Jakob Nielsen: End of Web Design. Nielsen Norman Group, 2000](https://www.nngroup.com/articles/end-of-web-design/)
- [Jakob Nielsen: Jakob’s Law of the Internet User Experience. Substack](https://jakobnielsenphd.substack.com/p/jakobs-law)
- [Jon Yablonski: Jakob’s Law. Laws of UX](https://lawsofux.com/jakobs-law/)

## Weitere Begriffe

 [  ### A/B-Test

Ein A/B-Test ist ein Experiment, bei dem zwei Varianten einer Seite oder eines Elements gleichzeitig an zufällig aufgeteilte Besuchende ausgespielt werden. So entscheidest du anhand echter Daten, welche Variante besser funktioniert.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/a-b-test) [  ### ARIA

ARIA ist ein W3C-Standard, der HTML um Rollen, Zustände und Eigenschaften ergänzt. So erfahren Screenreader, was ein Element ist und wie es sich gerade verhält.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/aria) [  ### Affordance

Eine Affordance beschreibt, welche Handlung ein Objekt möglich macht und ob Menschen das erkennen: Ein Button lädt zum Drücken ein, ein Griff zum Ziehen.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/affordance) [  ### Alternativtext

Ein Alternativtext ist eine kurze Textfassung eines Bildes im HTML-Attribut alt. Screenreader lesen ihn vor, damit Menschen, die das Bild nicht sehen, dieselbe Information bekommen.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/alternativtext) [  ### Arbeitsgedächtnis

Das Arbeitsgedächtnis hält Informationen für kurze Zeit fest, damit du mit ihnen arbeiten kannst. Es fasst nur wenig, deshalb sollten Interfaces möglichst wenig Merkarbeit verlangen.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/arbeitsgedaechtnis) [  ### Atomic Design

Atomic Design ist eine Methode, Benutzeroberflächen aus kleinen, wiederverwendbaren Bausteinen aufzubauen: von einzelnen Elementen wie Buttons bis zu ganzen Seiten.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/atomic-design) [  ### BFSG

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet seit dem 28. Juni 2025 viele Unternehmen, bestimmte Produkte und digitale Dienstleistungen wie Onlineshops barrierefrei zu gestalten.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/bfsg) [  ### Barrierefreiheit

Barrierefreiheit bedeutet, dass Websites, Apps und digitale Dokumente so gestaltet sind, dass alle Menschen sie nutzen können, auch mit einer Seh-, Hör-, motorischen oder kognitiven Behinderung.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/barrierefreiheit) [  ### Card Sorting

Card Sorting ist eine Research-Methode, bei der Menschen Begriffe auf Karten in Gruppen sortieren. So siehst du, wie sie Inhalte gedanklich ordnen, und kannst eine verständliche Navigation planen.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/card-sorting) [  ### Cognitive Load

Cognitive Load ist die geistige Anstrengung, die nötig ist, um eine Oberfläche zu verstehen und zu bedienen. Je weniger unnötige Denkarbeit ein Design verlangt, desto leichter fällt die eigentliche Aufgabe.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/cognitive-load) [  ### Contextual Inquiry

Contextual Inquiry ist eine Research-Methode, bei der du Menschen in ihrem echten Arbeitsumfeld beobachtest und befragst. So siehst du, wie sie Aufgaben tatsächlich erledigen, nicht nur, wie sie davon erzählen.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/contextual-inquiry) [  ### Conversion

Eine Conversion ist eine gewünschte Aktion auf einer Website oder in einer App, etwa ein Kauf oder eine Anmeldung. Die Conversion Rate zeigt, welcher Anteil der Besuche dazu führt.

 ](https://www.insideuxdesign.com/de/glossar/conversion)
